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Statistisches Bundesamt: Zahl der Woche vom 2. September 2014


45 Millionen Menschen in Deutschland kaufen über das Internet ein


WIESBADEN – 45 Millionen Menschen haben im Jahr 2013 in Deutschland Waren oder Dienstleistungen für private Zwecke über das Internet gekauft oder bestellt. Dies entspricht einem Anteil von 76 % der Internetnutzer ab zehn Jahren, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Internationalen Funkausstellung in Berlin vom 05.09. bis zum 10.09.2014 mitteilt. Im Vergleich zum Jahr 2008 mit rund 35 Millionen privaten Online-Käufern war das ein Zuwachs von 30 %.


65 % der Onlineeinkäufer bezogen Kleidung und Sportartikel über Online-Shops. Rund jeder zweite Internetkäufer bestellte Bücher, Magazine oder Zeitungen (51 %), Möbel oder Spielzeug (50 %) oder buchte Urlaubsunterkünfte (46 %) online. Ebenfalls sehr verbreitet war der Onlinekauf von Eintrittskarten für Veranstaltungen (43 %) sowie von Filmen und Musik (40 %). Mehr als jeder vierte Internetkäufer bestellte Arzneimittel (28 %) am Bildschirm.


Basis dieser Ergebnisse sind die Erhebungen zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten. Internetnutzer sind Personen, die in den letzten drei Monaten vor der Befragung das Internet genutzt haben. Onlineeinkäufer sind Internetnutzer, die in den letzten 12 Monaten vor der Befragung Waren oder Dienstleistungen über das Internet gekauft oder bestellt haben.


Weitere Ergebnisse zum Thema E-Commerce bietet ein Aufsatz in der August-Ausgabe von Wirtschaft und Statistik.


© Statistisches Bundesamt

Jurastudentin hortet vordatierte Scheine

 

Gefälschte Parkscheine: Betrug in großem Stil

 

Von Jürgen Gückel |

"Ticketwerbung schützt vor Fälschungen

- denn auf echten Parkscheinen befindet sich Werbung!"


  Selbstgedruckte Parkscheine im Bündel: Hubertus Engel vom Fachdienst Ordnung mit falschem (l.) und echtem Parkschein. © Hinzmann
Selbstgedruckte Parkscheine im Bündel: Hubertus Engel vom Fachdienst Ordnung mit falschem (l.) und echtem Parkschein. © Hinzmann

Das Ding sieht aus wie ein echter Parkschein. Dass das Papier ein wenig heller ist als das aus dem Automaten, ist hinter getönten Autoscheiben nicht zu erkennen. Nur die Ziffern der ausgedruckten Uhrzeit wirken einen Hauch fetter gedruckt. Das hat Hubertus Engel erkannt.

 

„Da habe ich einen Blick für“, sagt der Göttinger, der seit 26 Jahren im Außendienst den ruhenden Verkehr überwacht. Dieser scharfe Blick deckte jetzt einen groß angelegten Betrug mit gefälschten Parkscheinen auf.

 

Es geht um tausende Euro. Offenbar gut organisiert haben Studenten über Wochen, wenn nicht gar Monate, tagtäglich gefälschte Parkscheine genutzt, um ganztägig auf dem Parkplatz am Campus, dem Platz der Göttinger Sieben an der Weender Straße, kostenlos ihr Auto stehen lassen zu können. Jeder einzelne Schein hat einen Wert von vier Euro. Mindestens ab Anfang November wurden die Fälschungen genutzt. Und das mutmaßlich von mindestens einem Dutzend motorisierter Studenten, vermutet Andreas Schmidt vom Fachdienst Stadtordnung.


Aufgeflogen ist der Coup, den jetzt die Staatsanwaltschaft als bandenmäßigen Betrug und Urkundenfälschung verfolgt, so: Vor gut einer Woche hatte Engel in einem Auto einen Ausdruck mit minimal kräftigerem Druckbild entdeckt. Man nahm an, die Stadtkasse, die die Parkscheinautomaten betreut, hätte einen Drucker ausgewechselt. Engel meldete den Fall, informierte Kollegen über seinen Verdacht und ließ die Drucker im Bereich des Platzes der Göttinger Sieben überprüfen.


Gewissheit, dass es eine Fälschung sein musste, erlangte ein Kollege am Donnerstag. Ein Schein war so geknickt abgelegt, dass man einen Teil der Rückseite sehen konnte – und die war unbedruckt. Auf echten Parkscheinen befindet sich aber Werbung. Der verdächtige Wagen wurde abgeschleppt.

 

Kollegin Jana Schreier ließ der Fall keine Ruhe. Sie kontrollierte weitere am Campus, fand noch eine Fälschung, wollte das Auto abschleppen lassen, wurde dabei aber von Studenten beobachtet. Ein Handyanruf – schon tauchte die Fahrerin des Autos auf. Die junge Jurastudentin händigte schließlich bereitwillig die Fälschung aus und zog aus dem Handschuhfach ein ganzes Bündel – alle vordatiert mit täglich geändertem Datum bis 31. Dezember 2010 und mit in Sprüngen fortschreitenden Kontrollnummern. Ein jeder der Zettel von Hand so perforiert wie die Originale. Wo sie sie her hatte, sagte die Studentin nicht.

 

Und während sie noch dastanden, erzählt Schreier, begann es um sie herum „zu wuseln“. Anrufe hin und her, heraneilende Autofahrer – mindestens ein Dutzend Studenten fuhren rasch ihre Autos fort. In etlichen Fahrzeugen, so schließt Fachdienstleiter Schmidt daraus, müssen Fälschungen gelegen haben. Dass beim Parken gemogelt wird, ist nicht neu. Bisher waren kopierte Scheine Einzelfälle. Auch gefälschte Anwohner- oder Schwerbehindertenausweise von Menschen, die nicht mehr leben, wurden schon festgestellt. Ein organisierter Fälscherring, so Schmidt, sei aber neu.

Werbung auf Parktickets in der City

Ungewöhnliche Werbeidee

Auch auf Tickets von Parkautomaten der Stadt gibt es jetzt Reklame. Auf der Rückseite vieler Zettel wirbt z. B. die Bäckerei-Kette „Schäfer’s“ (hat rund 90 Filialen in Deutschland). Wer ein belegtes Brötchen kauft und das Ticket als Gutschein einlöst, bekommt einen Kaffee umsonst.

„Schäfer’s“-Prokurist Hartmut Buhre (43) zu BILD: „Eine Marketing-Maßnahme, mit der wir mehr Kunden gewinnen wollen.“ Über die Höhe der Kosten machte das Unternehmen keine Angaben. Und was sagt die Stadt zur neuen Park-Werbung? Sprecher Klaus Helmer: „Wir haben nichts dagegen. Durch die Werbung bekommen wir die Papierrollen für die Parkautomaten deutlich günstiger.“ (sb)

Quelle: BILD - Zeitung, Hannover
Quelle: BILD - Zeitung, Hannover

 

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